Forschendes Lernen

Forschungsorientiert Lehren – forschungsorientiert Studieren: Grundlagen und Voraussetzungen für forschendes Lernen im Studium

Was ist forschendes Lernen?

Über diese Frage haben sich viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gedanken gemacht. Wer forscht, lernt unweigerlich. Aber gilt auch das Umgekehrte? Wer lernt, forscht? Keineswegs.

Lernen kann man auf unterschiedliche Weise. Mal tut man es zurückgezogen, um es mit Ruhe und Konzentration angehen zu können. Mal sind Lehrende und Mitlernende der Rahmen von Lernaktivitäten. Im Austausch mit anderen und unter Anleitung erfahrener Menschen lassen sich neue Horizonte fürs Denken und Handeln eröffnen. Manche Lernphasen werden schlicht als mühsame Arbeit erfahren, andere als beglückend, weil man an sich selbst einen Fortschritt verspürt.

All dies trifft auch auf das forschende Lernen zu. Besonders an ihm ist aber, dass es sich Problemen der wissenschaftlichen Forschung zuwendet. Diese Probleme tragen folgende Merkmale:

  1.  Sie lassen sich nur lösen, indem man sich auf wissenschaftliches Wissen stützt,
  2. dieses Wissen ist zugleich nicht einfach wahr, sondern wird im Lernprozess hinterfragt,
  3. was nicht zuletzt ein hohes Maß an Metakognition verlangt.

Metakognition bedeutet, dass man das eigene Denken sich bewusst macht und so willentlich auf unterschiedliche Aspekte des Bewusstseins lenken kann (z.B. Vorwissen, Vorannahmen, Erwartungen, Werturteile etc.), dass man begründen kann, warum man bestimmte Annahmen trifft, warum man bestimmte Aussagen über die Wirklichkeit für wahrer hält als andere und inwiefern man in der Gesamtschau von Aussagen über die Wirklichkeit kohärent denkt oder nicht.

Ferner schließt das Lernen beim Forschen allgemeine Reflexionen darüber ein, was Wissenschaft ist und wie genau und wie zuverlässig man mit wissenschaftlichen Wissen etwas wissen kann – was durchaus immer wieder offene Fragen sind.

Wichtig sind für das forschende Lernen Erfahrungen mit diesen Aspekten. Man kann diese Erfahrungen „theoretische Erfahrungen“ nennen.

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